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Aufdecken Mönchskutten erinnern an Versteckenspielen. Verstecken sich vorm eignen Ich. Zudecken mit ”etwas“, irgend etwas. Brauchst nicht verdecken dein Ich. Aufdecken sollst du und auferstehen! Weinlandfarben In unserem Farbenland da blüht der rote Moon, Getreide und der Wein. Felder liegen wie Spielkarten am Boden gestreut. Am Wegrand, wo noch alte Grenzsteine an Müh und Plag erinnern, tummelt sich der letzte Rest der Schöpfung. Hasen, Rehe, Kleingetier auch Jäger in großer Zahl gibt´s hier. Wegschau´n hab ich jetzt gelernt. Vorm Bauern zieht man noch den Hut, s´wird immer enger hier in diesem Land. Um die letzte Freiheit zu erkennen, genügt ein einziger Blick ins weite Feld. Eine Jahresreise für das Auge um das Licht zu sehen. Die Zeit Über alle Wege wacht die Zeit, vom Ursprung bis ins Heute. Erinnerung, Zeitgeschehen, Fantasie, und Zukunft, jedes Tun verlangt nach Zeit. Möcht sie mit Sekunden überholen, und Neugier ist´s die mich dann treibt, die Zeit ist es, die ewig bleibt. Der Baum Ich grüß dich alter Freund! Auch wenn ich jetzt immer seltener vorbeikomme. Meine Augen sehen dich nicht mehr so scharf, mein Hören ist auch schon gedämpft. Doch komme ich gerne an dir vorbei, ich spüre noch Leben! Ich wünsche dir viele Jahre Blätterpracht und für mich im Sommer deinen Schatten – er tut mir gut. Die Bank im warmen Licht, wie wenig man doch braucht im Leben, wenn sich der Körper beugt. Zwei Meister Dass ich zwei Meister hab, ist kurios. Der eine zieht nach unten, der andere nach oben. In der Mitte da steh ich. Blutender Baum, bist Zeugnis vergangenen Lebens. Dein Blut verwandelt in klebrig Harz, als sonniges Gestein zu Bernstein vollendet. Vom Meer beschützt, vom Meer behütet, endlich freigegeben um ein Mädchen zu schmücken. Was bleibt es spiegelt glitzert und erfreut, ....... die Tränen unserer Götter Bernstein Es spiegelt sich die ganze Welt im Stein, der aus der Bäume Harz sich schuf. Die Rosenkäfer Im Genussbecher hab ich mit dir gebadet. Ein Vorhoferlebnis! Im Hinterhof lag ich dann mit dir in einem Himmelbett und wir rülpsten und pforzten bis zum Sonnenaufgang. Der Spurensucher Im Stein gelesen, der Schöpfung auf der Spur. Zu kurz wird dieses Leben. Für viele noch ein Prüfstand, um wiederzukommen? Als Spurensucher in einer anderen Uhr? Der Osterhase Toter Hase liegt am Wegrand, seine Ohren bewegen sich im Wind, als wollten sie mir sagen, ich hab mich doch verschätzt. Zeit und Weg das war sein Schicksal. Wär er langsamer gewesen, oder etwas schneller, würd er noch immer auf der Wiese hopsen und des Jägers geiles Aug erfreun. Erleuchtung bringt Bitternis. Bitternis hilft verdauen. Verdauen bringt Erleichterung, Erleichterung macht zufrieden. Zufriedenheit ist selten, und wer sie hat, kann leicht ... Ein Leben Nicht die Zeit vergangen, nur die Zeit benützt, keinen Tag vergeudet, alles genützt. Ins Leben durchgeschwommen, oft nahe vorm Ertrinken. Sie sagen, ich sei noch durchgekommen, und noch immer bin ich da. Die Weisen Seitenweise hab ich Papier vergeudet. Gezeichnet ,um es wieder zu verbrennen. Seitenweise hab ich die Leier gezupft, um ihr harmonische Töne zu entlocken. Reihenweise sangen wir im Chor und brüllten dann beim Militär. Scharenweise gehen sie zum Festschmaus, tanzen bis zum Morgengrauen. Reihenweise liegen sie am Friedhof, jeder brav auf seinem Platz. Gerechterweise müssen alle hin, um anderen Platz zu machen. Klugerweise sieh dich vor, genieße deine Tage. Dummerweise hörst du nicht, wann dich die Erde ruft! Die Tuschezeichnung Schilfwälder wie sie rauschen, sich bewegen ohne Tanzlehrer verspielter Sommerwind bewegt das Feld im Takt. Lose Binsenblüten überfliegen alles Grün. Ich aber brauch dich für meine Tusche die aus China kommt. Papier aus Japan, vom schwarz umhegt, ein neues Werk geboren und wieder abgelegt. Die Straßen der Ewigkeit liegen am Wegrand unserer Lößfelder. Wind und Tau ziehen ihre Muster, bauen ihre eigenen Kunstwerke in den trockenen Boden unserer Heimat. | ||
| © Otto Potsch |
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