Gedichte Teil 2:

Ertrunken im Harz

Im gelben Saft der Bäume

kleben geblieben.

Erstarrt in meiner Schönheit,

die niemand kennt.

Ertrunken im Harz.

Auferstanden nach Millionen Jahren,

bei einem,

der mich sehen kann,

in einer neuen Dimension,

in der auch er vergeht.

Ich schlag mit meinen Hämmern

und bieg dich dann zurecht

bis du neu geboren als Abbild unserer Zeit.

Nun bist du neu um wieder alt zu werden

auch wenn du vorher anderen schon gedient.

Hast du einer Blume die Hand gegeben?

Einem Blinden die Augen gestreichelt?

Einer Seele von Gott erzählt?

Wenn ja,

welch Glück für dich!

Die neue Dimension

Harz

vom Baume rinnt –

eine Mücke sich verklebt –

konserviert für viele Ewigkeiten.

Durch meine Linse seh ich dich

von Angesicht zu Angesicht.

Um dich noch besser zu erschaun

schleif ich mich näher

an dein Grab.

Als ich dein ganzes Sein erblickt

war es wie ein Auferstehen

in meinem Bild!

In einer neuen Dimension–

nach vielen Ewigkeiten.

Habt den Erkenntnisbaum gefällt,

jetzt steht ihr da

und glotzt wie Idioten,

glaubt immer noch

die Säge sei dran schuld.

Fuhrmann des Lichts.

Glasklar hell mein Kopf.

Wolkenlupen im Regenbogenspiel,

Taulichter im frischen Gras.

Dies alles in einen Topf.

Sonne ich bin dein Mond!

Das Staunen der Welt

Mein Aug

dringt in dein Bild hinein –

will schweigend dich nur schaun.

Lass dich weiter ruhn.

Sonne scheint

zu dir hinein

spiegelt sich im Licht.

An deiner Pracht

kann sich die Welt

erbaun

in deinem goldenen Grab.

Quarz, Bernstein, Diamant

Könnte ich

Zöpfe flechten

mit den Farbbändern

des Lichts,

dann wäre ich

im Quarz,

im Bernstein,

ja sogar im Diamant

zuhause.

Was nützen schweigende Verbündete,

wenn keiner mit keinem spricht?

Wo sind die Harlekins,

die der Welt die Dummheit freudig zeigen?

Unsere Welt begehrt Stummsein!

Ändern sich der Menschen Sinne?

Die fetten Jahre sind vorbei!

Zuneigung für den Schwachen

ist nur noch Hohn.

Unsere Fingerabdrücke

beginnen zu verlöschen.

Lachend wird der Clown jetzt weinen,

inszeniert vielleicht ein neues Spiel.

Lacht doch!

Ihr seid der Selbsttäuschung entkommen.

Was du in den Händen hast

sind Blumen,

was du auf deinem Rücken trägst

ist Schicksal,

und in deinem Kopf –

da sitzt dein Ich.

Was du andern Gutes tust,

das ist –

für dich!

So ging ich

in eine andere Dimension,

um Dich zu suchen.

Neues zu erfahren.

Vom Licht zu lernen.

Vom Wasser zu hören,

wie ein Kind in Mutters Schoß

schon hören kann,

was außerhalb sich regt.

Was reif ist drängt zum Licht.

Ich werde suchen

bis zum

Jüngsten Tag!

Ode an mein Land

In unserer Wüste

da blühen roter Moon,

Getreide und der Wein.

Felder liegen wie Spielkarten

auf den Boden gestreut.

Am Wegrand,

wo noch alte Grenzsteine

an Müh und Plag erinnern,

tummelt sich der letzte Rest der Schöpfung.

Hasen, Rehe, Kleingetier,

auch Jäger in großer Zahl gibt´s hier.

Wegschau´n hab ich jetzt gelernt,

vor´m Bauern zieht man noch den Hut,

s´wird immer enger hier

in diesem Land.

Raps wird auch bald wieder blühen.

Um dies Farbenwunder zu begreifen,

genügt ein einzig Blick

ins Land.

Wie die Farbpalette eines Malers,

der hier malt mit seiner Hand,

ein eigenartig Licht

prägt dieses Land

schön ist dieses Farbenband

Der Bernsteinmagier

So ging ich

in eine andere Dimension,

um Dich zu suchen.

Neues zu erfahren.

Vom Licht zu lernen.

Vom Wasser zu hören

wie ein Kind in Mutters Schoß

schon hören kann,

was außerhalb sich regt

Was reif ist drängt zum Licht

Ich werde suchen

Bis zum Jüngsten Tag!

Glasklar

Im gelben Honiglicht

Seh ich dich.

Nach dreißig Millionen

Oder noch mehr an Jahren,

als Beweis für den Beweis,

den jeder sucht

keiner doch verstehen kann.

Wozu verstehen?

Wozu Beweis?

Nach dreißig Millionen

Oder mehr an Jahren ...